Wie Ernährung & versteckte Trigger chronisch entzündliche Darmerkrankungen beeinflussen

01.12.2025 | Darmgesundheit | 0 Kommentare

Wenn du selbst oder jemand in deiner Familie an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt ist, kennst du dieses Gefühl wahrscheinlich:

Man steht plötzlich mitten in einer Diagnose, die das ganze Leben auf den Kopf stellt – und bekommt trotzdem gesagt, dass man „eigentlich ganz normal weitermachen“ könne.

Ich habe das selbst erlebt. Und genau das hat mich damals völlig verunsichert.

Denn tief in mir wusste ich:

Wenn der Darm entzündet ist, kann ich nicht einfach so weitermachen wie vorher.

Und mein Körper hat mir das sehr deutlich gezeigt – mit Erschöpfung, Wassereinlagerungen, ständigen Reizungen, Unverträglichkeiten und einer unglaublichen inneren Trägheit.

Heute weiß ich:
Es braucht mehr als Medikamente.
Es braucht ein Verständnis dafür, was deinen Darm beruhigt – und was ihn jeden Tag neu entzündet.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – kurz erklärt

  • Morbus Crohn kann den ganzen Verdauungstrakt betreffen, von Mund bis After.
  • Colitis ulcerosa betrifft „nur“ den Dickdarm, beginnt aber immer im Rektum.

Beides sind chronisch-entzündliche Erkrankungen, bei denen das Immunsystem überreagiert und den eigenen Darm angreift.

Aber:

Die Entzündung kommt nicht aus dem Nichts.
Es gibt Trigger, die man beeinflussen kann – und das ist eine enorm gute Nachricht.

Was mir damals niemand sagte: Ernährung spielt eine entscheidende Rolle

Viele Ärzt*innen sagen bis heute:
„Essen Sie normal. Ernährung hat kaum Einfluss.“

Ich respektiere die Schulmedizin – aber das stimmt so nicht. Ich habe es am eigenen Körper erlebt und es bestätigt sich bei meinen Klient*innen immer wieder.

Ein entzündeter Darm reagiert empfindlicher.

Auf Gluten.
Auf Milchprodukte.
Auf Zucker.
Auf Stress.
Auf Schlafmangel.
Auf Dysbiose.
Auf Histamin.
Auf alles, was die Schleimhaut reizt.

Und wenn man diese Trigger ignoriert, läuft der Körper weiter auf Feuer – auch wenn die Symptome sich kurz beruhigen.

Warum Gluten & Milchprodukte so oft Probleme machen

Viele glauben, Gluten und Milch seien „nur Trends“. Aber wenn man auf die Darmphysiologie schaut, ergibt plötzlich alles Sinn.

Gluten

Das Gliadin im Gluten erhöht Zonulin, öffnet Tight Junctions und macht die Darmwand durchlässiger. Wenn der Darm sowieso schon entzündet ist, wird das Verhängnis noch größer.

Ich habe es körperlich gespürt:

  • aufgebläht
  • müde
  • träge
  • Wassereinlagerungen
  • Brain Fog
  • Stimmungsschwankungen

Und kaum war Gluten raus: mein Kopf wurde klarer.

Milchprodukte

A1-Kasein (das Problemkind)

  • steckt in der meisten herkömmlichen Kuhmilch
  • kann im Körper zu BCM-7 abgebaut werden
  • wirkt entzündungsfördernd
  • reizt die Schleimhaut
  • kann opioid-ähnlich wirken → Müdigkeit, Brain Fog, Trägheit

Das erklärt, warum so viele Menschen nach Milchprodukten Energie verlieren, Wassereinlagerungen bekommen oder Stimmungsschwankungen erleben.

A2-Kasein (besser verträglich)

  • kommt in Ziegen-, Schaf- und A2-Kuhmilch vor
  • bildet kein BCM-7
  • ist für viele Menschen deutlich bekömmlicher
  • kann trotzdem bei CED problematisch sein, wenn die Schleimhaut sehr gereizt ist

A2 ist die „ursprüngliche“ Form des Kaseins – A1 ist eine spätere Mutation, die manche Menschen schlicht nicht gut verstoffwechseln können.

Peptid, das außerdem wie ein Opiat wirkt.

Was passiert dann?

Du fühlst dich schlapp, müde, reizbar, träge, oft auch „benebelt“.
Und dein Darm entzündet sich weiter.

Viele meiner Klient*innen erleben dasselbe – und fast alle berichten, dass es ihnen deutlich besser geht, wenn Milchprodukte (vor allem A1-Milch, Joghurt, Käse) raus sind.

Weitere Trigger, die viele nicht auf dem Schirm haben:

  • Zucker & Süßstoffe
  • industrielle Pflanzenöle (Omega-6-reich)
  • Stress (!)
  • Schlafmangel
  • Infektionen
  • Antibiotika
  • Schimmel & Mykotoxine
  • Dysbiose / Candidawachstum
  • SIBO / IMO

Wenn man das einmal versteht, wundert es nicht, warum viele Betroffene zwar Medikamente bekommen, aber trotzdem „nie ganz symptomfrei“ sind.

Was kannst du tun, wenn du dich hier wiederfindest – aber noch keine Diagnose hast?

Das ist ein Moment, der viele Menschen verunsichert.
Du hast Symptome.
Dein Bauch spricht mit dir.
Du fühlst dich erschöpft oder ständig gereizt.
Und trotzdem sagt (noch) niemand offiziell: „Das könnte eine CED sein.“

Hier ist, was du tun kannst:

9

Nimm deine Symptome ernst - auch ohne Diagnose

Chronische Müdigkeit, immer wieder Durchfall oder Verstopfung, Blut im Stuhl, Krämpfe, Blähungen, Hautveränderungen, Trägheit, Brain Fog usw.

Das sind keine „Nichtigkeiten“.

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Lass grundlegende Untersuchungen machen

Am besten über:

  • Gastroenterologie
  • Stuhltests (Calprotectin, Lactoferrin, Zonulin, IFABP)
  • Blutbild (Entzündungswerte, Eisenstatus, Vitamin B12 aktiv, Folsäure aktiv)
  • Ultraschall
  • ggf. Koloskopie, wenn der Verdacht stark ist
9

Beobachte, was deine Symptome verstärkt

Viele Menschen merken schon ohne Diagnose:

„Nach Gluten geht’s mir schlechter.“
„Milchprodukte triggern sofort.“
„Stress setzt alles außer Kraft.“

Diese Hinweise sind Gold wert.

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Du darfst schon vorher Maßnahmen ergreifen

Nur weil noch keine Diagnose da ist, heißt das nicht, dass du warten musst.

Du kannst bereits jetzt:

  • Gluten testweise reduzieren oder weglassen
  • Milchprodukte (v. a. A1) meiden
  • mehr warm & bekömmlich essen
  • Zucker reduzieren
  • entzündungsarme Fette wählen
  • Probiotika gezielt & vorsichtig einsetzen
  • Stress und Schlafqualität ernst nehmen

Diese Veränderungen sind nie schädlich, aber oft wahnsinnig entlastend

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Hör auf dein Bauchgefühl (wortwörtlich)

Dein Körper meldet sich nicht grundlos. Und du darfst darauf reagieren – bevor etwas „Großes“ entsteht.

Du musst nicht so weitermachen wie bisher – dein Körper kann heilen

Ich sage meinen Klient*innen oft:

Die Schulmedizin behandelt die Entzündung – aber du kannst mit Ernährung & Lebensstil verhindern, dass sie immer wieder aufflammt.

Es ist kein Entweder-oder. Es ist ein Sowohl-als-auch.

Und das Beste daran:
Du bekommst deine eigene Kraft zurück.

Mein Fazit für dich

Wenn du mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa lebst, darfst du wissen:

Ernährung ist einer der stärksten Hebel

Gluten & Milchprodukte gehören zu den häufigsten Triggern

Dein Darm braucht echte Entlastung – nicht “weiter so”

Du darfst auf deinen Körper hören, auch wenn andere sagen, dass Ernährung unwichtig sei

Du hast viel mehr Einfluss als dir oft gesagt wird

Und: Du bist nicht allein damit. Falls du Unterstützung benötigst, ich bin gern für dich da. Buche hier dein Kennenlerngespräch.

 

Deine Sabrina

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